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BARBICAN FLAT
Umbau eines denkmalgeschützten Apartments
 

Das Apartment liegt hoch über der Londoner City, nur ein paar Schritte vom Bankenviertel entfernt und inmitten einer nur auf den ersten Blick ruppigen Beton-Oase: dem denkmalgeschützten Barbican Centre. Kein Autoverkehr, dafür Wasser, Gärten und im Erdgeschoss statt hektischem Geschäftsleben ein bedeutendes Kulturzentrum mit Konzerthalle, Theatern, Kunsthallen und Kinos.

Die 100-Quadratmeter-Wohnung im 17. Stock des Shakespeare Towers mit ihrem spektakulären Blick über die Dächer der Stadt soll nicht nur der neue Lebensmittelpunkt unseres Auftraggebers sein, sondern zugleich als Ausstellungsraum dienen. Zum Zeitpunkt des Kaufs sieht es drinnen aus, als sei die Zeit stehen geblieben: Vergilbter Teppichboden, die originale Einbauküche aus den 70er-Jahren vollkommen verschlissen.

Die Wohnung hat jedoch einen gut geschnittenen Grundriss, auch wenn Flur, Küche und Bad so zum Treppenhaus des Hochhauses gelegen sind, dass sie dunkel und klein wirken. Eine Loggia streckt sich um alle vier Zimmer der Wohnung, nach Osten hin vor dem Küchenfenster wird sie zur Terrasse mit freiem Blick auf die Skyline. Vom Frühstück in der Morgensonne bis zum Sun-Downer am Abend sind es nur ein paar Schritte den Balkon entlang.


Die Wohnung soll bei Wahrung des historischen Grundrisses flexibler nutzbar werden und mehr Großzügigkeit bekommen. Sie soll Raum für zeitgenössische Kunst bieten. Von jedem Winkel aus muss man das Panorama und die Helligkeit genießen können.

Dazu wird die Wand zwischen Flur und Schlafzimmern durch eine lichtdurchlässige Schiebetüranlage ersetzt. Das Sonnenlicht dringt nun tief in die Wohnung ein. Die Wohnräume sind komplett in weiß gehalten, das verleiht ihnen Großzügigkeit und bietet einen minimalistischen Hintergrund für die Kunstsammlung des Besitzers. Im starken Kontrast dazu werden die nach innen gelegenen Räume von Flur, Bad und Küche rundum mit einer seidig schimmernden schwarzen Oberfläche versehen. Die dunkle Farbe lässt die kleinen Räume größer erscheinen, bleibt im Hintergrund und verleiht den weißen Einbauten Eleganz. Die Struktur der Wohnung mit seinen drei Schichten wird nun erkennbar: außen die Loggia, dahinter die weißen Wohnräume, ganz innen Flur, Bad und Küche in schwarz gehüllt.

Auch die Badwand wurde entfernt und durch lichtdurchlässige Schiebetüren ersetzt. So kann man den Tag in der Badewanne ausklingen lassen – mit Blick auf die Lichter des nächtlichen Londons. Falls gleichzeitig auch noch die Balkontüren geöffnet sind, hört man dabei das gleichmäßige Rauschen der Metropole.


 

 

Das Quartier des Barbican Estate in der Innenstadt von London wurde im Zweiten Weltkrieg durch Angriffe der deutschen Luftwaffe weitgehend zerstört. In den 1958 gewann das Büro Chamberlin, Powell und Bon den ausgeschriebenen Architekturwettbewerb zur Neugestaltung des Areals. Die Corporation of London ließ das Barbican Centre zwischen 1971 und 1982 für damals 156 Millionen Pfund Sterling erbauen. Am 3. März 1982 wurde es eröffnet.

"The intention underlying our design is to create a coherent residential precinct in which people can live both conveniently and with pleasure. Despite its high density the layout is spacious: the buildings and the space between them are composed in such a way as to create a clear sense of order without monotony. Uninterrupted by road traffic (which is kept separate from pedestrian circulation through and about the neighbourhood) a quiet precinct will be created in which people will be able to move about freely enjoying constantly changing perspectives or terraces, lawns, trees and flowers seen against the background or the new buildings or reflected in the ornamental lake."

Chamberlin, Powell & Bon, Architects "Barbican Redevelopment" April 1959

Bauherr privat
Autor
Tim Bauerfeind, Henning von Wedemeyer
Team Tim Bauerfeind, Wenke Schladitz, Henning von Wedemeyer
Partner Mr. Chong yeoh, GeneralUnternehmer
Ort Shakespeare Tower, Barbican, London
Planung und Bauzeit MÄr 08 - April 09
Grösse
100 qm
Leistungsphasen 1-8 HOAI Konzept, Entwurf, Planung, Bauleitung
Fotografie Lyndon Douglas

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